Integrität und Compliance.

Kultur der Integrität

Integrität ist einer unserer vier Unternehmenswerte, die das Fundament für unsere Geschäftsaktivitäten bilden. Wir sind der Überzeugung, dass anständiges Wirtschaften uns dauerhaft erfolgreich macht, darüber hinaus aber auch der Gesellschaft zugute kommt. Als weltweit tätiges Unternehmen übernehmen wir Verantwortung und wollen im Hinblick auf eine ethische Unternehmensführung Vorreiter sein. Daher verfügt Daimler über ein Vorstandsressort für Integrität und Recht, das den Rechtsbereich, die Compliance-Organisation, den Konzerndatenschutz, den Bereich Integrity Management sowie die Abteilung »Corporate Responsibility Management« umfasst. Es ist unser Ziel, Integrität nachhaltig in unserer Unternehmenskultur zu verankern. Die Weiterentwicklung und Verstetigung von Integrität ist deswegen auch Bestandteil der Zielvereinbarung für die Vorstandsvergütung. Unser unternehmerisches Handeln richten wir unter anderem an den Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen aus. Daimler ist Gründungsmitglied dieser Initiative von Kofi Annan und Mitglied der LEAD-Gruppe.

Dialog, Training und Kommunikation. Daimler fördert integres Verhalten durch vielfältige Maßnahmen. Zu diesen gehört der seit 2011 unternehmensweit geführte Integritätsdialog, der 2013 weltweit fortgesetzt wurde. »Integrität im Dialog« richtet sich an die gesamte Belegschaft und wird von einem ressortübergreifenden Arbeitskreis gesteuert. Der regelmäßige Austausch zu Fragen der Integrität soll selbstverständlicher Bestandteil unseres Arbeitsalltags werden. Bereichs- und zielgruppenspezifische Angebote sowie eine umfassende Begleitkommunikation – etwa ein eigener Intranetauftritt zum Thema – unterstützen dieses Anliegen.

Unsere im November 2012 in Kraft getretene Richtlinie für integres Verhalten greift Ergebnisse dieses Dialogs auf. Die darin festgehaltenen Verhaltensgrundsätze und Leitlinien für unser Handeln basieren somit auf einem gemeinsamen Werteverständnis. Die konzernweit gültige Richtlinie steht in 22 Sprachen zur Verfügung. Zusätzlich wurde eine Orientierungshilfe für die Anwendung im Alltag erstellt, die auf die am häufigsten gestellten Fragen eingeht. Außerdem steht ein Expertenteam für Fragen rund um die Richtlinie zur Verfügung.

Die Richtlinie für integres Verhalten bildet auch die Grundlage für unser Schulungsangebot zu Integrität und Compliance. Im Jahr 2013 haben wir unseren Trainingsansatz überarbeitet, um die beiden Themengebiete stärker zu verzahnen. Je nach Risiko und Zielgruppe nutzen wir Präsenzschulungen und webbasierte Trainings. Damit möchten wir integres und regelkonformes Verhalten im Unternehmen nachhaltig verankern.

Im Jahr 2013 haben wir ein neues webbasiertes Training entwickelt, das unsere Verhaltensgrundsätze und unser gemeinsames Werteverständnis anschaulich vermittelt. Das Training enthält unter anderem Kapitel zur Korruptionsprävention, zu unserem Hinweisgebersystem BPO und – zusätzlich für Führungskräfte – ein Modul zum Kartellrecht. Das Training ist verpflichtend und richtet sich weltweit an etwa 112.000 Beschäftigte mit E-Mail-Zugang.

Von 2011 bis 2013 haben wir mit unserer Kampagne »fairplay« unsere Beschäftigten weltweit für Integrität und Compliance sensibilisiert – mit Plakaten und Flyern in 19 Sprachen und in über 40 Ländern.

Führungskräfte als Vorbild. Unsere Richtlinie für integres Verhalten definiert die Erwartung, die Daimler an seine Führungskräfte hat. Ihnen kommt durch ihre Vorbildrolle eine besondere Verantwortung für die Integritätskultur bei Daimler zu. Aus diesem Grund haben wir im Jahr 2013 einen Schwerpunkt auf Angebote für diese Zielgruppe gelegt. Dazu zählen Module zu Integrität und Compliance in allen Seminaren für beförderte Führungskräfte. Auch unser Top Management Meeting 2013 drehte sich um das Thema Führungsverantwortung. Außerdem sind Integrität und Compliance wichtige Kriterien in der jährlichen Zielvereinbarung und bei der Zielerreichung unserer Führungskräfte.

Blick von außen durch Beirat. Der im September 2012 ins Leben gerufene »Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung« mit externen Experten aus unterschiedlichen Bereichen begleitet den Integritätsprozess bei Daimler kritisch-konstruktiv. Er kam 2013 drei Mal zusammen, um sich mit Vertretern des Unternehmens zu aktuellen Themen auszutauschen.

Compliance

Compliance ist ein unverzichtbarer Teil der Integritätskultur bei Daimler. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir uns an alle relevanten Gesetze, freiwilligen Selbstverpflichtungen und internen Regelungen halten sowie nach ethischen Grundsätzen handeln. Oberste Priorität hat für uns, alle geltenden Anti-Korruptionsvorschriften einzuhalten sowie einen fairen Wettbewerb zu wahren und zu fördern. Dies haben wir in unserer Richtlinie für integres Verhalten verbindlich festgeschrieben. Integrität und Compliance möchten wir nachhaltig als feste Bestandteile in unserer Wertschöpfungskette verankern.

Compliance Management System (CMS) als Fundament. Unser CMS ist an nationalen und internationalen Standards ausgerichtet und unterstützt uns dabei, regelkonformes Verhalten in unserem Tagesgeschäft sicherzustellen. Wir überprüfen die Wirksamkeit des Systems kontinuierlich und passen es an weltweite Entwicklungen, veränderte Risiken sowie neue rechtliche Anforderungen an. Damit verbessern wir kontinuierlich die Effizienz und die Effektivität. Im Jahr 2013 haben wir unsere Prozesse, wie zum Beispiel die Integritätsprüfungen unserer Geschäftspartner, verbessert und Maßnahmen zur Geldwäscheprävention im Güterhandel ausgebaut. Unser CMS unterliegt einer periodischen Prüfung durch die interne Revision und entspricht externen Anforderungen.

Analyse von Compliance-Risiken. In einer weiter verbesserten systematischen Risikoanalyse für das Jahr 2013 haben wir wie in den Jahren zuvor die Compliance-Risiken aller unserer Geschäftseinheiten bewertet. Dabei wurden sowohl qualitative als auch quantitative Indikatoren beurteilt – etwa das jeweilige Geschäftsmodell, relevante Umfeldbedingungen sowie die Art der Vertragspartnerbeziehungen. Die Ergebnisse dieser Analyse sind die Basis für die Risikosteuerung. Gemeinsam mit den Geschäftseinheiten definieren wir Maßnahmen, um die Risiken zu minimieren. Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeiten liegt dabei auf Vertriebsgesellschaften in Hochrisikoländern. Die Verantwortung für die Umsetzung dieser Maßnahmen und die Aufsichtspflicht obliegen dem jeweiligen Management, das dabei eng mit dem Bereich Group Compliance zusammenarbeitet.

Stärkung der weltweiten Strukturen. Um unsere konzernweite Compliance-Organisation weiter als Partner der Geschäftsfelder zu etablieren sowie geschäftsfeld- und marktspezifischen Risiken noch besser zu begegnen, haben wir unsere divisionale Ausrichtung gestärkt. Jedes Geschäftsfeld wird von einem divisionalen oder regionalen Compliance- Beauftragten unterstützt, der die Geschäftseinheiten zu Compliance berät. Zusätzlich achten weltweit lokale Compliance- Ansprechpartner darauf, dass unsere Standards eingehalten werden. Um die Unabhängigkeit gegenüber den Geschäftsfeldern zu gewährleisten, unterstehen die divisionalen oder regionalen Compliance-Beauftragten dem Chief Compliance Officer. Er berichtet direkt an das Mitglied des Vorstands für Integrität und Recht und an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats.

Hinweisgebersystem. Unser Hinweisgebersystem BPO (Business Practices Office) dient uns als wertvolle Erkenntnisquelle für mögliche Risiken und konkrete Regelverstöße. Für uns ist es deshalb ein wichtiges Instrument für gute Unternehmensführung.

Unser Hinweisgebersystem nimmt Hinweise auf Fehlverhalten sowohl von Beschäftigten als auch von Externen weltweit, rund um die Uhr, über verschiedene Meldewege und – sofern lokal rechtlich zulässig – auch anonym entgegen. So können wir angemessen reagieren, möglichst noch bevor Schaden für unsere Mitarbeiter und unser Unternehmen entsteht. Voraussetzung für die Akzeptanz eines Hinweisgebersystems ist, dass es fair ausgestaltet ist, dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit genügt und Hinweisgeber wie Betroffene gleichermaßen schützt. Diese Kriterien haben wir 2013 in einer weltweit gültigen Konzernrichtlinie festgeschrieben. In Deutschland haben wir seit 1. Februar 2012 zusätzlich einen unabhängigen Rechtsanwalt als neutralen Mittler beauftragt. Er nimmt ebenfalls Hinweise auf Regelverstöße entgegen und ist aufgrund seiner anwaltlichen Schweigepflicht zur Vertraulichkeit verpflichtet.

Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern. Integres und regelkonformes Verhalten unserer Geschäftspartner ist für uns eine feste Voraussetzung, um vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Bei der Auswahl unserer direkten Geschäftspartner achten wir darauf, dass sie Gesetze einhalten und ethische Grundsätze befolgen. Unseren Geschäftspartnern bieten wir je nach Risiko webbasierte Trainings beziehungsweise Präsenzschulungen an. Außerdem haben wir unsere Erwartungen an unsere Geschäftspartner in der Broschüre »Anständige Geschäfte. Unsere gemeinsame Verantwortung.« klar formuliert.

Vergleich mit den US-Behörden: Abschluss Monitorship. Das im Rahmen des Vergleichs mit dem US-Justizministerium vereinbarte dreijährige Monitorship von Louis Freeh endete planmäßig am 31. März 2013. Der Monitor bescheinigte uns, dass wir nach dem Ende des Monitorship einen vorbildlichen Standard bei Integrität und Compliance erreicht haben. Dies ist für uns Ansporn und Verpflichtung, den erreichten Standard zu halten, fortzuentwickeln und den eingeschlagenen Kurs konsequent beizubehalten.