Cash Flow

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit (vgl. Tabelle C.24) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Mrd. € auf 3,3 Mrd. €. Im Anstieg des Konzernergebnisses vor Steuern sind die zahlungsunwirksamen Effekte aus der Neubewertung der EADS-Aktien in Höhe von 3,4 Mrd. € enthalten. Aus der Entwicklung des Working Capital ergaben sich positive Einflüsse. Diese resultieren aus dem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie einem geringeren Vorratsaufbau; gegenläufig wirkte der Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das Wachstum im Neugeschäft aus der Leasing- und Absatzfinanzierung lag leicht über dem hohen Niveau des Vorjahreszeitraumes. Die insgesamt positive Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aktiva und Passiva stand im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Geschäftsausweitung und war teilweise abrechnungsbedingt. Bereits erhaltene und noch nicht abgeführte Umsatzsteuer sowie absatzbedingt gestiegene Verkäufe mit Restwertgarantien und mit Service- und Wartungsverträgen haben bereits zu Zahlungseingängen geführt. Für Händlerboni wurden Aufwendungen berücksichtigt, die noch nicht mit Auszahlungen verbunden waren. Weiterhin waren niedrigere Zuwendungen an die Pensionsfonds im Jahresvergleich zu verzeichnen. Im Vorjahr wurden für Pensionspläne weiterer deutscher Gesellschaften Sonderzuwendungen in Höhe von 0,5 Mrd. € zu den Planvermögen zugeführt. Eine positive Wirkung resultierte zudem aus den niedrigeren Zahlungen für Ertragsteuern; das aktuelle Jahr war beeinflusst durch Erstattungen von Vorauszahlungen in Deutschland.

C.24

Verkürzte Konzern-Kapitalflussrechnung
  2013 2012 13/12
in Millionen €     Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresanfang 10.996 9.576 +1.420
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 3.285 -1.100 +4.385
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -6.829 -8.864 +2.035
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 3.855 11.506 -7.651
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -254 -122 -132
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresende 11.053 10.996 +57

Aus dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit (vgl. Tabelle C.24) ergab sich ein Mittelabfluss in Höhe von 6,8 (i.V. 8,9) Mrd. €. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus den im Rahmen des Liquiditätsmanagements vorgenommenen Käufen und Verkäufen von Wertpapieren, die insgesamt zu deutlich niedrigeren Mittelabflüssen (netto) führten. Aus dem Verkauf der restlichen Anteile an der EADS wurden in 2013 höhere Verkaufserlöse als in 2012 vereinnahmt. Im Vergleich zu den im Vorjahr getätigten Beteiligungsinvesti-tionen führten der Erwerb des 12 %-Anteils an BAIC Motor Corporation Ltd. (BAIC Motor) in Höhe von 0,6 Mrd. € sowie die Kapitalerhöhung an Beijing Benz Automotive Co., Ltd. (BBAC) in 2013 zu höheren Mittelabflüssen. Zudem waren mit den leicht gestiegenen Investitionen in Sachanlagen und in Immaterielle Vermögenswerte höhere Mittelabflüsse verbunden.

Aus dem Cash Flow der Finanzierungstätigkeit (vgl. Tabelle C.24) resultierte im Berichtszeitraum ein Mittelzufluss von 3,9 (i.V. 11,5) Mrd. €. Der Rückgang war im Wesentlichen auf die Entwicklung der langfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten (netto) zurückzuführen. Hier wirkten insbesondere die gestiegenen Rückzahlungen bestehender langfristiger Finanzierungsverbindlichkeiten, während die Aufnahme neuer Finanzierungsverbindlichkeiten leicht über dem Vorjahresniveau lag. Zudem waren niedrigere Dividendenzahlungen an die Minderheitsgesellschafter von Tochtergesellschaften zu verzeichnen.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lagen am 31. Dezember 2013 einschließlich der Berücksichtigung von negativen Wechselkurseffekten mit 11,1 Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahres. Die Liquidität, die zusätzlich die verzinslichen Wertpapiere umfasst, wurde um 1,5 Mrd. € auf 18,1 Mrd. € erhöht.

Die von Daimler verwendete Messgröße für die Finanzkraft seiner industriellen Aktivitäten ist der Free Cash Flow des Industriegeschäfts (vgl. Tabelle C.25), dessen Ableitung auf Grundlage der veröffentlichten Cash Flows aus der Geschäfts- und Investitionstätigkeit erfolgt. Die im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit enthaltenen Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von verzinslichen Wertpapieren werden herausgerechnet, da diese Wertpapiere der Liquidität zugeordnet sind und deren Veränderung daher nicht Bestandteil des Free Cash Flow ist.

C.25

Free Cash Flow des Industriegeschäfts
  2013 2012 13/12
in Millionen €     Veränderung
       
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 10.313 7.527 +2.786
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -6.767 -8.166 +1.399
Veränderung der verzinslichen Wertpapiere 1.548 2.699 -1.151
Übrige Anpassungen -252 -608 +356
Free Cash Flow des Industriegeschäfts 4.842 1.452 +3.390

Die übrigen Anpassungen betreffen Zugänge an Sachanlagen, die dem Konzern aufgrund der Ausgestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge als wirtschaftlichem Eigentümer zuzuordnen sind. Weiterhin werden Effekte aus der Finanzierung konzerninterner Händler herausgerechnet. Darüber hinaus werden die im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit auszuweisenden Zahlungsströme im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Veräußerung von Anteilen an Tochtergesellschaften ohne Beherrschungsverlust im Free Cash Flow berücksichtigt.

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts belief sich in 2013 auf 4,8 Mrd. €. Den positiven Ergebnisbeiträgen der automobilen Geschäftsfelder stand ein Anstieg im Working Capital als Saldo aus der Veränderung der Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt 0,6 Mrd. € gegenüber. Zudem wirkte der insgesamt hohe positive Saldo aus den sonstigen betrieblichen Aktiva und Passiva, die im Zusammenhang mit der Geschäftsausweitung standen und teilweise auch abrechnungsbedingt waren. Positive Effekte resultierten aus dem Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von Gesellschaften des Industriegeschäfts an Daimler Financial Services. Zudem war der Free Cash Flow des Industriegeschäfts positiv beeinflusst durch den Mittelzufluss aus dem Verkauf der restlichen Anteile an EADS. Belastend wirkten die weiterhin hohen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, der Erwerb des 12 %-Anteils an BAIC Motor in Höhe von 0,6 Mrd. € sowie die Kapitalerhöhung an BBAC. Darüber hinaus verminderten Ertragsteuer- und Zinszahlungen den Free Cash Flow des Industriegeschäfts.

Die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts (vgl. Tabelle C.26) errechnet sich als Bestand der bilanziell ausgewiesenen Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und der in das Liquiditätsmanagement einbezogenen verzinslichen Wertpapiere abzüglich des währungsgesicherten Rückzahlungsbetrages der Finanzierungsverbindlichkeiten.

C.26

Netto-Liquidität des Industriegeschäfts
  31.12. 2013 31.12. 2012 13/12
in Millionen €   Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 9.845 9.887 -42
Verzinsliche Wertpapiere 5.303 3.841 +1.462
Liquidität 15.148 13.728 +1.420
Finanzierungsverbindlichkeiten -1.324 -2.883 +1.559
Marktbewertung und Währungsabsicherung für
Finanzierungsverbindlichkeiten

10

663

-653
Finanzierungsverbindlichkeiten (nominal) -1.314 -2.220 +906
Netto-Liquidität 13.834 11.508 +2.326

Soweit die konzerninterne Refinanzierung des Finanzdienstleistungsgeschäfts durch Gesellschaften des Industriegeschäfts erfolgt, wird diese bei der Ermittlung der Verschuldung des Industriegeschäfts abgezogen.

Gegenüber dem 31. Dezember 2012 stieg die Nettoliquidität des Industriegeschäfts um 2,3 Mrd. € auf 13,8 Mrd. €. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf den positiven Free Cash Flow des Industriegeschäfts zurückzuführen; gegenläufig wirkten die Dividendenzahlung an die Aktionäre der Daimler AG für das Geschäftsjahr 2012 (-2,3 Mrd. €) sowie die Dividendenzahlung an die Minderheitsgesellschafter von Tochtergesellschaften (-0,3 Mrd. €).

Die auf Konzernebene vor allem aus der Refinanzierung des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts resultierende Netto-Verschuldung hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2012 um 0,6 Mrd. € auf 59,6 Mrd. € erhöht. (Vgl. Tabelle C.27)

C.27

Netto-Verschuldung des Daimler-Konzerns
  31.12. 2013 31.12. 2012 13/12
in Millionen €   Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11.053 10.996 +57
Verzinsliche Wertpapiere 7.066 5.598 +1.468
Liquidität 18.119 16.594 +1.525
Finanzierungsverbindlichkeiten -77.738 -76.251 -1.487
Marktbewertung und Währungsabsicherung für
Finanzierungsverbindlichkeiten

-3

665

-668
Finanzierungsverbindlichkeiten (nominal) -77.741 -75.586 -2.155
Netto-Verschuldung -59.622 -58.992 -630