Automobilmärkte

Ungeachtet der im Gesamtjahr 2013 unterdurchschnittlichen Entwicklung der Weltwirtschaft ist die globale Pkw-Nachfrage um rund 5 % gewachsen und erreichte damit erneut ein Rekordniveau. (Vgl. Abbildung C.06)

C.06 Automobilmärkte Weltweit
1 Segment Personenwagen einschließlich leichte Nutzfahrzeuge
2 Mittlere und schwere Nutzfahrzeuge

Auf regionaler und Länderebene zeigte sich allerdings ein sehr gemischtes Bild. Vor allem die kräftige Expansion des chinesischen Marktes und das Marktwachstum in den USA wirkten sich positiv auf die weltweite Nachfrage aus. So ist der Pkw-Markt in China um rund 18 % gewachsen; auch das Premiumsegment entwickelte sich nach verhaltenem Jahresstart weiterhin günstig und legte in Summe sogar noch etwas stärker zu als der Gesamtmarkt. Der US-amerikanische Markt setzte seine schwungvolle Erholung fort und trug ebenfalls deutlich zum globalen Wachstum bei. Mit rund 15,5 Millionen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen wurden so viele Einheiten verkauft wie seit 2007 nicht mehr.

Dagegen bewegte sich der westeuropäische Pkw-Markt erneut unter dem Vorjahresniveau. Allerdings hat die Nachfrage im ersten Halbjahr die Talsohle durchschritten und zeigte in der Folge eine leichte Belebung. Im Gesamtjahr hatte der westeuropäische Pkw-Markt einen moderaten Rückgang von rund 2 % zu verzeichnen. Der deutsche Markt zeigte einen ähnlichen Verlauf, landete aber mit einem Minus von 4 % unter dem westeuropäischen Durchschnitt. Hervorzuheben ist die Entwicklung in Großbritannien mit einem deutlichen Zuwachs von etwa 10 %.

Der japanische Markt lag im ersten Halbjahr noch deutlich unter dem durch staatliche Kaufanreize erhöhten Niveau des Jahres 2012, konnte diesen Rückgang aber dank einer günstigen Nachfrageentwicklung im zweiten Halbjahr noch vollständig aufholen. In den großen Schwellenländern mit Ausnahme von China hinterließ die volkswirtschaftliche Abschwächung deutliche Spuren bei der Pkw-Nachfrage. In Russland bewegte sich der Pkw-Markt um 5 % unter dem Niveau des vorangegangenen Jahres, in Indien betrug der Rückgang etwa 8 %.

Die weltweite Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw lag im Berichtsjahr erkennbar über dem Vorjahresniveau. Je nach Region und Land wiesen die Verkaufszahlen allerdings beträchtliche Unterschiede auf.

Der nordamerikanische Markt verzeichnete nach einem schwachen ersten Halbjahr eine moderate Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte, sodass im Gesamtjahr das Vorjahresniveau nur knapp verfehlt wurde.

Der europäische Lkw-Markt lag zu Jahresbeginn deutlich zweistellig unter den Vorjahreswerten. Im Jahresverlauf zeigte sich aber auch hier eine spürbare Belebung, sodass die Nachfrage insgesamt sogar erkennbar über dem Niveau von 2012 landete. Das kräftige Anziehen zum Jahresende war allerdings überwiegend von Vorzieheffekten vor der Einführung der Euro-VI-Abgasnorm gekennzeichnet. Zuletzt waren bereits Anzeichen für ein Auslaufen dieses Sondereffekts im Markt zu beobachten.

In Japan entfalteten die Konjunkturstimuli der Regierung und die expansive Geldpolitik der Notenbank im Jahresverlauf eine zunehmend positive Wirkung auf das Lkw-Geschäft. Die Verkäufe im Segment der mittelschweren und schweren Lkw übertrafen das Vorjahresniveau um rund 5 %. Bei den leichten Lkw, zu denen der überwiegende Teil der von FUSO abgesetzten Fahrzeuge zählt, fiel der Zuwachs mit 8 % noch etwas deutlicher aus. Mit einem Anstieg von etwa 12 % konnte sich der brasilianische Markt teilweise von den erheblichen Verlusten des Vorjahres erholen. Dieses Wachstum war allerdings mehr von Nachholeffekten und günstigen Finanzierungsmöglichkeiten getrieben als von einer dynamischen Entwicklung der brasilianischen Volkswirtschaft.

Einen drastischen Rückgang der Nachfrage verzeichnete dagegen der indische Lkw-Markt. Hier hatte die ebenfalls unterdurchschnittliche ökonomische Entwicklung einen Einbruch der Zulassungszahlen von mehr als 25 % zur Folge. Rückläufig entwickelte sich auch der russische Markt, allerdings fiel hier das Minus etwas moderater aus. Positiv entwickelte sich hingegen der weltgrößte Markt für mittlere und schwere Lkw: Der Zuwachs von etwa 17 % in China war letztlich ausschlaggebend dafür, dass der Weltmarkt das Volumen des Vorjahres leicht übertreffen konnte.

In der für Mercedes-Benz Vans besonders wichtigen Region Westeuropa war der Markt für mittelgroße und große Transporter auch im Jahr 2013 schwierig. Im Gesamtjahr verringerte sich die Nachfrage um 6 %; insbesondere in den südeuropäischen Ländern waren die Märkte weiterhin sehr labil. Ähnlich war die Entwicklung im Marktsegment der kleinen Transporter. In Lateinamerika war das Marktumfeld für große Transporter hingegen sehr günstig: Der Markt legte dort zweistellig zu. Der US-Markt erreichte knapp das Vorjahresniveau, und in China war in dem von uns adressierten Marktsegment eine leichte Nachfragebelebung zu verzeichnen.

Bei Bussen verzeichnete der westeuropäische Markt einen leichten Zuwachs. Dabei kam es zum Jahresende zu vorgezogenen Beschaffungen im Vorfeld der Euro-VI-Einführung. In der Türkei profitierte der Busmarkt von der weiterhin deutlichen Belebung bei den Stadtbussen, allerdings hat sich der Markt aufgrund der politischen Situation zum Jahresende leicht abgeschwächt. In Lateinamerika hat sich der Markt nach dem starken Rückgang im Jahr 2012 ebenfalls wieder belebt. Allerdings blieb die Nachfrage in Brasilien aufgrund der politisch bedingten Marktunsicherheiten im Jahr 2013 hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt konnte der Markt im Vergleich zum Vorjahr dennoch zulegen.