Portfolioveränderungen und strategische Kooperationen

Mit gezielten Investitionen und richtungweisenden Partnerschaften haben wir im Jahr 2013 unser Kerngeschäft gestärkt, neue Technologien vorangetrieben und zusätzliche Wachstumspotenziale erschlossen. Dabei haben wir uns auf die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres bestehenden Geschäftsportfolios konzentriert.

Daimler AG beteiligt sich mit 12 % an BAIC Motor. Im November 2013 haben wir uns mit 12 % an unserem langjährigen Partner BAIC Motor beteiligt und damit einen wichtigen Schritt im Rahmen unserer China-Strategie vollzogen. Damit ist Daimler der erste nicht-chinesische Automobilhersteller, der Anteile an einem chinesischen Automobilproduzenten erwirbt. BAIC Motor ist die Pkw-Tochter der Beijing Automotive Group (BAIC Group), die zu den führenden Automobilherstellern in China zählt. Die Partner Daimler und BAIC haben in den vergangenen zehn Jahren eine langfristige strategische Partnerschaft aufgebaut, die beiden Unternehmen und der chinesischen Automobilindustrie gleichermaßen zugutekommt. Teil dieser gemeinsamen Aktivitäten ist das Joint Venture BBAC, das seit 2006 Mercedes-Benz Pkw produziert und seit 2013 als erstes Mercedes-Benz Werk für Pkw-Motoren außerhalb Deutschlands Vier- und Sechszylinder-Motoren herstellt. Daneben laufen bei Beijing Foton Daimler Automotive Co., Ltd. (BFDA) seit Mitte 2012 gemeinsam produzierte mittelschwere und schwere Lkw der Marke Auman vom Band. Ein weiterer entscheidender Baustein der Partnerschaft ist die Beijing Mercedes-Benz Sales Service Corporation (BMBS). Das Unternehmen hat im März 2013 den Betrieb aufgenommen. Dort haben wir alle Vertriebsaktivitäten für importierte und lokal produzierte Mercedes-Benz Pkw zusammengeführt. Das Joint Venture ist eine wichtige Säule für ein nachhaltiges Wachstum von Mercedes-Benz in China.

Fortschritte bei der Zusammenarbeit von Daimler und Renault-Nissan. Die Kooperation von Daimler und Renault-Nissan hat sich im Jahr 2013 sehr positiv entwickelt. Die Partnerschaft, die im April 2010 mit drei Projekten startete, ist mittlerweile auf zehn wichtige Projekte angewachsen und umfasst nun auch Initiativen in Nordamerika und Asien.

Ein gutes Beispiel dafür, wie stark die Partner von der Zusammenarbeit profitieren, ist die gemeinsame Produktion von Mercedes-Benz Vierzylinder-Benzinmotoren in Decherd (Tennessee/USA). Knapp eineinhalb Jahre nach dem Spatenstich im Mai 2012 ist das Werksgebäude mittlerweile fertiggestellt worden. Der Produktionsstart ist für Mitte 2014 geplant. Die in Decherd gefertigten Motoren sollen in der neuen Mercedes-Benz C-Klasse, die im Daimler-Werk in Tuscaloosa (Alabama/USA) produziert wird, sowie für neue Produkte von Infiniti eingesetzt werden. Auch die Entwicklungsarbeiten für eine gemeinsame neue Drei- und Vierzylinder-Benzinmotorenfamilie mit Turbolader und Direkteinspritzung schreiten voran. Die Motoren verfügen über modernste Technologien mit deutlich geringerem Kraftstoffverbrauch.

Im Nutzfahrzeuggeschäft wird die Zusammenarbeit ebenfalls intensiviert. Geplant ist, dass die zu Daimler Trucks Asia gehörende Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC) mit dem Nissan-Transporter NV350 Urvan beliefert wird. Er soll von Mitsubishi Fuso in ausgewählten Exportmärkten verkauft werden. Diese Form der strategischen Belieferung wird bereits seit Anfang 2013 auch bei leichten Lkw – dem FUSO Canter Guts (Nutzlast 2,0 t) und dem NT450 Atlas (Nutzlast 1,5 t) – erfolgreich umgesetzt, um das jeweilige Produktportfolio auf neue Segmente auszuweiten.

Planmäßige Fortschritte macht auch das smart/Twingo-Projekt. So laufen derzeit die Produktionsvorbereitungen für den neuen Zweisitzer-smart bei smart in Hambach (Frankreich) und den Viersitzer-smart sowie Renault-Twingo-Nachfolger im Renault-Werk in Novo Mesto (Slowenien) auf Hochtouren. Die Markteinführung der Fahrzeugvarianten ist für die zweite Jahreshälfte 2014 geplant. Die neue Generation des smart und des Renault Twingo werden auf Basis einer gemeinsamen Architektur entwickelt, bleiben aber eigenständige Produkte mit unverwechselbarem Markengesicht.

Abkommen zur Kommerzialisierung der Brennstoffzelle. Bereits im Jahr 2008 wurde das Joint Venture »Automotive Fuel Cell Cooperation« (AFCC) als Gemeinschaftsunternehmen von Daimler (50,1 %), Ford (30 %) und Ballard (19,9 %) gegründet. Im Januar 2013 haben die Daimler AG, die Ford Motor Company und unser strategischer Kooperationspartner Nissan Motor Co., Ltd. ein Abkommen getroffen, um die Kommerzialisierung der Brennstoffzelle weiter voranzutreiben. Ziel der Zusammenarbeit ist es, gemeinschaftlich ein Brennstoffzellensystem zu entwickeln und dabei die Entwicklungskosten zu senken. Alle drei Partner werden zu gleichen Teilen in das Projekt investieren.

Daimler Trucks and Buses China Ltd. (DTBC) gegründet. Als rechtlich eigenständige Gesellschaft für das Geschäft seiner Lkw und Busse in China ist die im April 2013 gegründete DTBC der ideale Rahmen, um das bestehende Truck-Geschäft weiter auszubauen und das Produktportfolio in China – etwa im Bereich Busse – kontinuierlich auszuweiten. Durch die strukturelle Eigenständigkeit kann sich DTBC nun noch stärker auf die spezifischen Bedürfnisse der Nutzfahrzeugkunden konzentrieren. Zugleich schafft die Integration des Busgeschäfts die Möglichkeit, weitere Absatzfelder zu erschließen. Mit der neuen Gesellschaft führt Daimler die strukturelle Neuordnung des China-Geschäfts konsequent fort.

Daimler Mobility Services gegründet. Daimler Financial Services verfolgt das Ziel, das Geschäft mit Mobilitätsdienstleistungen deutlich auszubauen. Zu diesem Zweck bündelte Daimler Financial Services im Januar 2013 alle Aktivitäten auf dem Gebiet innovativer Mobilitätsangebote, wie zum Beispiel car2go und moovel, in einer neuen Gesellschaft, der Daimler Mobility Services GmbH mit Sitz in Ulm. Um dieses Geschäft weiter zu stärken, hat sich Daimler im weiteren Jahresverlauf an verschiedenen Unternehmen beteiligt. Hierzu zählen beispielsweise das Fernbusunternehmen Flixbus sowie das Chauffeurservice-Portal Blacklane GmbH.

Daimler verkauft verbleibenden EADS-Anteil. Am 27. März 2013 hat die außerordentliche Hauptversammlung der EADS einer neuen Führungs- und Aktionärsstruktur zugestimmt. Anschließend wurde am 2. April 2013 der im Jahr 2000 geschlossene Aktionärspakt aufgelöst und durch einen neuen Aktionärspakt ohne Beteiligung von Daimler ersetzt. Gleichzeitig wurden die bisher von Daimler gehaltenen, aber wirtschaftlich einem Konsortium internationaler Investoren zustehenden EADS-Aktien an diese sogenannten Dedalus-Investoren übertragen. Mit der Auflösung des bisherigen Aktionärspakts hat Daimler seinen maßgeblichen Einfluss bei EADS verloren. Am 17. April 2013 hat Daimler auch den danach noch verbliebenen EADS-Anteil von rund 7,4 % über ein beschleunigtes Platzierungsverfahren veräußert. Die Neubewertung und der Verkauf der EADS-Anteile führten im zweiten Quartal 2013 zu einem Ertrag im Konzern-EBIT von insgesamt 3,2 Mrd. €, von dem 1,7 Mrd. € auf die Dedalus-Investoren entfielen. Aus dem Verkauf ergab sich für Daimler ein Zahlungsmittelzufluss von 2,2 Mrd. €. Seit Abschluss dieser Transaktion hält Daimler keine Anteile mehr an EADS. Der Konzern hat darüber hinaus eine Vereinbarung mit Barabwicklung abgeschlossen, die es ermöglichte, bis zum Jahresende 2013 in begrenztem Umfang am Kursanstieg der EADS-Aktien zu partizipieren. Aus diesem Vertrag entstand für den Daimler-Konzern nochmals ein Ertrag in Höhe 44 Mio. €.