Chancenmanagementsystem

In 2013 wurde im Daimler-Konzern das mit dem Risikomanagement in Beziehung stehende Chancenmanagement ausgebaut, um Risiken und Chancen gemeinsam betrachten zu können.

Das Chancenmanagement des Daimler-Konzerns ist an das Risikomanagementsystem im Hinblick auf wesentliche und bestandsgefährdende Risiken angelehnt. Ziel des Chancenmanagements ist es, die im Rahmen der Geschäftstätigkeit durch positive Entwicklungen möglichen Chancen frühzeitig zu erkennen und diese durch geeignete Maßnahmen möglichst optimal für das Unternehmen zu nutzen. Das Ergreifen von Chancen kann zur Absicherung von Zielen dienen oder im besten Fall zum Übertreffen geplanter Ziele führen. Im Daimler-Konzern existiert für das Chancenmanagement ein kontinuierlicher Prozess, in den alle aus Sicht der zuliefernden Einheiten relevanten und umsetzbaren Chancen eingehen. Im Rahmen der Operativen Planung werden zusätzlich zu den Risiken potenzielle Chancen erhoben. Es werden hierbei diejenigen Chancen betrachtet, die möglich, aber bisher nicht in die Planung eingeflossen sind. Im Unterschied zu den Risiken erfolgt die Bewertung von Chancen nur bezogen auf das Ausmaß; auf die Betrachtung der Eintrittswahrscheinlichkeit wird verzichtet. Die Bewertung des Ausmaßes erfolgt nach den beschriebenen Grundsätzen und basiert auf der gleichen Einteilung wie im Risikomanagementsystem (siehe Tabelle C.50).

C.50

Beurteilung Eintrittswahrscheinlichkeit / Ausmaß
Stufe Eintrittswahrscheinlichkeit  
       
Niedrig 0 % ≤ Eintrittswahrscheinlichkeit   ≤ 33 %
Mittel 34 % ≤  Eintrittswahrscheinlichkeit  ≤ 66 %
Hoch   Eintrittswahrscheinlichkeit  ≥ 67 %
       
Stufe Mögliches Ausmaß  
Niedrig 0 € ≤ Ausmaß < 500 Mio. €
Mittel 500 Mio. € ≤ Ausmaß < 1 Mrd. €
Hoch   Ausmaß ≥ 1 Mrd. €

Aufgabe der für das Chancenmanagement Verantwortlichen ist es, neben der Erfassung und Bewertung der Chancen auch Maßnahmen zu entwickeln und gegebenenfalls einzuleiten, die dazu dienen, eine Chance zu ergreifen, eine Chance zu erhöhen oder sie in Kooperation mit einem Partner ganz oder teilweise umzusetzen. Wenn die Nutzung von Chancen in Abhängigkeit zu anderen Themenfeldern steht, deren Entwicklung nicht direkt im Einflussbereich der meldenden Einheit liegt, sind diese zu dokumentieren und zu überwachen. Wenn die Maßnahmen zur Ergreifung einer Chance nicht als wirtschaftlich beurteilt werden, wird diese nicht weiterverfolgt. Die Entwicklung der Chancen und der Stand der Maßnahmenverfolgung werden turnusmäßig überwacht.