Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen

Im folgenden Abschnitt wird auf die finanzwirtschaftlichen Risiken und Chancen des Daimler-Konzerns eingegangen. Eine Quantifizierung dieser Risiken und Chancen ist in Tabelle C.53 dargestellt.

C.53

Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen      
Risikokategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Ausmaß Chancenkategorie Ausmaß
         
Wechselkursrisiken niedrig hoch Wechselkurschancen hoch
Zinsänderungsrisiken niedrig niedrig Zinsänderungschancen niedrig
Aktienkursrisiken niedrig niedrig Aktienkurschancen niedrig
Commodity-Preis-
Risiken
niedrig niedrig Commodity-Preis-Chancen niedrig
Liquiditätsrisiken niedrig hoch Liquiditätschancen -
Kreditrisiken niedrig niedrig Kreditchancen -
Risiken im
Zusammenhang mit
Pensionsplänen
niedrig hoch Chancen im Zusammenhang mit Pensionsplänen hoch
Risiken aus
Ratingveränderungen
niedrig niedrig Chancen aus Ratingveränderungen niedrig

Im Grundsatz können die den finanzwirtschaftlichen Risiken und Chancen zugrunde liegenden operativen und finanziellen konzernweiten Risikovolumina (Exposures) in symmetrische und asymmetrische Risiko- und Chancen-Profile unterschieden werden. Bei den symmetrischen Risiko- und Chancen-Profilen (z. B. Währungsexposures) sind Risiken und Chancen gleichermaßen gegeben, während bei den asymmetrischen (z. B. Kredit- und Liquiditätexposures) überwiegend Risiken vorhanden sind. Daimler ist grundsätzlich Risiken und Chancen durch die Veränderungen von Marktpreisen, wie Wechselkursen, Zinssätzen, Commodity-Preisen und Aktienkursen, ausgesetzt. Marktpreisveränderungen können einen negativen oder positiven Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Daimler steuert und überwacht Marktpreisrisiken und -chancen vorwiegend im Rahmen seiner operativen Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten und setzt bei Bedarf derivative Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein, wodurch sowohl Marktpreisrisiken als auch -chancen begrenzt werden.

Ferner ist der Konzern Kredit- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses beurteilt Daimler diese Risiken regelmäßig, indem Änderungen ökonomischer Schlüsselindikatoren sowie Marktinformationen berücksichtigt werden. Die von Fonds zur Abdeckung von Pensions- und Gesundheitsfürsorgeleistungen gehaltenen marktsensitiven Anlagen, einschließlich Eigenkapitaltitel und zinstragender Wertpapiere, sind nicht Bestandteil der folgenden Betrachtung.

Wechselkursrisiken und -chancen. Aus der globalen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten des Konzerns folgt, dass mit dem operativen Geschäft sowie den Finanztransaktionen Risiken und Chancen aus Wechselkursschwankungen verbunden sind. Diese resultieren insbesondere aus Schwankungen des US-Dollars und anderer wichtiger Währungen gegenüber dem Euro. Ein Wechselkursrisiko beziehungsweise eine -chance entsteht im operativen Geschäft vor allem dann, wenn Umsatzerlöse in einer anderen Währung anfallen als die zugehörigen Kosten (Transaktionsrisiko). Dies betrifft in besonderem Maße das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars, bei dem ein größerer Anteil der Umsatzerlöse in Fremdwährungen erzielt wird, während die Produktionskosten vorwiegend in Euro anfallen. Das Geschäftsfeld Daimler Trucks ist ebenfalls einem solchen Transaktionsrisiko ausgesetzt, aufgrund des weltweiten Produktionsnetzwerkes jedoch nur in einem geringeren Ausmaß. Daimler sichert das Währungsexposure anhand fortlaufend überprüfter Devisenkurserwartungen mit geeigneten Finanzinstrumenten, vorwiegend Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäften, schrittweise ab und begrenzt hierdurch gleichzeitig Risiken und Chancen. Des Weiteren bestehen Wechselkursrisiken und -chancen in Bezug auf die Umrechnung des bei ausländischen Konzerngesellschaften außerhalb der Eurozone gebundenen Nettovermögens und deren Erträge und Aufwendungen (Translationsrisiko), gegen die sich der Konzern in der Regel nicht absichert.

Zinsänderungsrisiken und -chancen. Daimler nutzt eine Vielzahl zinssensitiver Finanzinstrumente dazu, die Liquiditätsanforderungen des laufenden Geschäfts zu erfüllen. Der überwiegende Teil dieser Finanzinstrumente steht im Zusammenhang mit dem Finanzdienstleistungsgeschäft von Daimler Financial Services, für das grundsätzlich eine fristenkongruente Refinanzierung vorgenommen wird. In geringem Umfang wird jedoch auf eine solche verzichtet, wodurch ein Zinsänderungsrisiko besteht. Die Kapitalbeschaffungsmaßnahmen für das Industrie- und das Finanzdienstleistungsgeschäft werden im Konzern zentral koordiniert. Derivative Zinsinstrumente wie Zinsswaps und Forward Rate Agreements werden mit dem Ziel eingesetzt, die gewünschten Zinsbindungen und Aktiv-/Passiv-Strukturen (Asset-/Liability-Management) zu erreichen.

Aktienkursrisiken und -chancen. Daimler besitzt Anlagen in Aktien, die überwiegend als langfristige Investitionen klassifiziert werden (vor allem Nissan und Renault) oder at-equity in den Konzernabschluss einbezogen werden (im Wesentlichen Kamaz und Tesla). Dementsprechend bezieht der Konzern diese Anlagen nicht in eine Marktrisikoanalyse ein.

Commodity-Preis-Risiken und Chancen. Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit ist Daimler einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Teilelieferungen und Rohstoffen ausgesetzt. Der Konzern begegnet diesen beschaffungsseitigen Risiken mit einem gezielten Commodity- und Supplier-Risk-Management. In geringem Umfang werden auch derivative Finanzinstrumente eingesetzt mit dem Ziel, die Marktpreisrisiken vornehmlich aus dem Bezug bestimmter Metalle zu reduzieren.

Liquiditätsrisiken. Im normalen Geschäftsverlauf setzen wir Anleihen, Commercial Paper und verbriefte Transaktionen sowie Bankdarlehen in verschiedenen Währungen ein, überwiegend mit dem Ziel, das Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft zu refinanzieren. Eine negative Entwicklung an den Kapitalmärkten könnte die Finanzierungskosten des Konzerns erhöhen. Eine Verteuerung der Refinanzierung würde sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität unseres Finanzdienstleistungsgeschäfts auswirken, soweit die höheren Refinanzierungskosten nicht an die Kunden weitergegeben werden können; eine Begrenzung des Finanzdienstleistungsgeschäfts hätte zudem negative Folgen für das Fahrzeuggeschäft.

Kreditrisiken. Der Konzern unterliegt Kreditrisiken, die vor allem aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft und dem operativen Geschäft resultieren. Darüber hinaus ergeben sich Kreditrisiken aus den Liquiditätsanlagen des Konzerns. Sollte es zu Zahlungsausfällen kommen, würde das die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns belasten. In den vergangenen Jahren wurde die Limitmethodik kontinuierlich weiterentwickelt, um der zunehmenden Bonitätsverschlechterung des Bankensektors zu begegnen. Bei den Anlageentscheidungen wird Priorität auf eine sehr gute Bonität des Schuldners sowie eine ausgewogene Risikodiversifizierung gelegt. Der überwiegende Teil der liquiden Mittel wird in Anlagen mit einem externen Rating von A oder besser gehalten.

Weitergehende Informationen zu finanzwirtschaftlichen Risiken, risikobegrenzenden Maßnahmen und zum Management dieser Risiken enthält Anmerkung 32 des Konzernanhangs. Informationen zu Finanzinstrumenten des Konzerns finden sich in der Anmerkung 31.

Risiken und Chancen im Zusammenhang mit den Pensionsplänen. Daimler hat Pensionsverpflichtungen und in einem geringen Umfang Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen, die zu einem großen Teil durch Planvermögen gedeckt sind. Der Saldo aus Verpflichtungen abzüglich Planvermögen ergibt den Finanzierungsstatus für diese Versorgungspläne. Selbst geringe Änderungen der für die Bewertung der Versorgungspläne und der Planvermögen verwendeten Annahmen, im Besonderen die Änderung der Diskontierungszinssätze, könnten den Finanzierungsstatus unserer Versorgungspläne negativ oder positiv beeinflussen oder zu einer Änderung des periodenbezogenen Nettopensionsaufwands im folgenden Geschäftsjahr führen. Der Marktwert der Planvermögen wird maßgeblich von der Situation an den Kapitalmärkten bestimmt. Ungünstige beziehungsweise günstige Entwicklungen, vor allem bei Aktien und festverzinslichen Wertpapieren, könnten den Marktwert vermindern beziehungsweise erhöhen. Die Vermögen der deutschen Pensionsfonds beinhalteten zum 31. Dezember 2013 keine wesentlichen Anlagen in Staatsanleihen, die gegenwärtig von der europäischen Staatsschuldenkrise betroffen sind; alle in Euro denominierten Staatsanleihen weisen zum Stichtag ein Rating von mindestens AA auf. Weitere Informationen zu den Pensionsplänen finden sich in Anmerkung 22 des Konzernanhangs.

Risiken und Chancen aus Ratingveränderungen. Die Ratingagenturen Standard & Poor’s Ratings Services, Moody’s Investors Service, Fitch Ratings und DBRS bewerten die Kreditwürdigkeit von Daimler.

Risiken liegen in möglichen Herabstufungen, die sich negativ auf die Konzernfinanzierung auswirken könnten. Die Investitionsvorleistungen im Zusammenhang mit der Wachstumsstrategie des Konzerns sind auch mit Risiken für unser Rating verbunden, wenn sich die mit dem angestrebten Wachstum verbundenen Ergebnis- und Cash-Flow-Erwartungen nicht realisieren lassen.

Chancen bestehen in Heraufstufungen der von den Ratingagenturen vergebenen Ratings, weil dies zu geringeren Fremdkapitalkosten des Konzerns führen könnte. Sollte die Geschäftsentwicklung des Konzerns mithilfe der neuen Produkte in den automobilen Geschäftsfeldern die Erwartungen der Ratingagenturen deutlich übertreffen, könnten sich Chancen für das Rating ergeben.

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